Die Securitas zieht sich aus dem Türsteher-Geschäft zurück. Grund: rassendiskriminierende Anweisungen von Clubbetreibern und wachsende Gewalt unter den Nachtschwärmern.
Sicherheit gehört zu den höchsten Geboten unter Clubbetreibern. Um diese zu gewährleisten, lassen die einen ihre Gäste filzen oder Metalldetektoren passieren. Andere wiederum verweigern gewissen Nachtschwärmern schlicht und einfach den Einlass – nicht selten auf Grund ihrer Hautfarbe oder Herkunft. Erst im letzten Monat landete ein St.Galler Wirt vor Gericht, weil er «keine Albaner, Jugoslawen und Schwarze» in sein Lokal hereingelassen hatte. In Bern wurde mehreren Barbetreibern vorgeworfen, Gäste wegen Pass oder Hautfarbe diskriminiert zu haben.
Auch die Sicherheitsfirma Securitas wurde von bestimmten Clubs und Bars damit beauftragt, «gewissen ethnischen Gruppen» den Einlass zu verwehren, bestätigt Securitas-Generalsekretär Reto Casutt. «Diese diskriminierenden Anweisungen sind rechtlich bedenklich», sagt Casutt. Deshalb hat sich Securitas schrittweise vom Türstehergeschäft zurückgezogen. «Heute haben wir nur noch wenige solche Aufträge», so Casutt.
Auch die «steigende Gewaltbereitschaft einzelner Partygänger» und die «oftmals grossen Schwierigkeiten, die ausstehenden Geldbeträge einzufordern» seien Gründe für diesen Entscheid gewesen.
Giorgio Andreoli vom Projekt Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus begrüsst eine solche Haltung: «Securitas setzt ein vorbildliches Zeichen auch für die anderen Security-Firmen.» Noch immer würden rassendiskriminierende Aufträge angenommen und durchgeführt – und die Verantwortung an die Auftraggeber abgeschoben.
Quelle: www.20min.ch
