Leser fragen: “Suche Gespräch mit einem Türsteher”
Folgende Nachricht eines weiblichen Gastes erreichte uns per E-Mail. Herzlichen Dank. Dank natürlich ebenso dafür, dass wir den sich ergebenden Dialog veröffentlichen dürfen. (By the way: Eventuell hat einer der hier mitlesenden Kollegen ja noch einen anderen Vorschlag für die junge Dame.)
Schönen guten Tag,
ich bin heute auf Ihre Internetseite gestoßen und habe ein Problem mit dem ich mich gern kurz an Sie wenden würde, in der Hoffnung von Ihnen ein paar Ratschläge zu bekommen.
Kurz zum Sachverhalt: Ich war vor kurzem mit meinem Freund in der Disco und da kam es zu einem Streit zwischen uns. Ich wollte gehen und er hat sich mir in den Weg gestellt, als ich versucht habe mich an ihm vorbeizuzwängen, haben wir beide eine Vorwärtsbewegung mit dem Kopf gemacht. Unglücklicherweise ist seine Stirn mir dabei direkt ins Gesicht geknallt. Durch den Schlag und wohl auch durch den Alkoholeinfluss, bin ich umgekippt. Die Türsteher haben mich rausgetragen und sich gut um mich gekümmert. Als ich dann gefragt wurde, was passiert sei. Habe ich erzählt, dass mein Freund mir ne Kopfnuss verpasst hat. Ich wurde ins Krankenhaus gebracht wo sich herausstellte, dass meine Nase gebrochen war.
Leser schreiben: “Verurteilung wegen dem Ehrenkodex (2)”
Raven geht in diesem Beitrag noch etwas näher auf die Hintergründe ein, welche er im ersten Teil bereits angesprochen hatte.
Ich arbeite seit vielen Jahren als Türsteher in Stuttgart. Im Februar 2006 (Fasching) kam eine Fußballmannschaft in die Rockdisco in der ich arbeite. Es war wie in letzter Zeit immer, wir haben nur zu zweit gearbeitet. Der Laden war ein reiner Selbstläufer, im Durchlauf über 2000 Gäste! Je mehr los war umso weniger Türsteher arbeiteten, da der Chef immer selber meinte die Selektion bzw. den Job des Türstehers zu machen. Das sah so aus, 30 Minuten an der Türe stehen, vor den Mädels den tollen Typ raushängen und dann an die Bar und mit den Girls Party machen.
Wir hatten wieder lange Warteschlangen vor der Tür stehen, als ein Kellner zu uns beiden kam. Er meinte da unten (der Laden hatte 2 Etagen) müsste einer rausgeworfen werden. Mein Türpartner sagte er würde das regeln und ist nach unten gegangen.
Leser schreiben: “Verurteilung wegen dem Ehrenkodex”
Folgende Erfahrungsbericht hat uns ein Kollege aus Stuttgart per E-Mail zukommen lassen. Herzlichen Dank!
Hallo Kollegen,
ich arbeite seit vielen Jahren in Stuttgart an der Tür, egal ob Nobelclub oder runtergekommene Disse, es sind die gleichen Probleme. Im süddeutschen Raum wird es immer problematischer mit “großen Migrationsgruppen”! Sie tauchen zu 2. oder 3. ohne weibliche Begleitung an der Türe auf und werden zwangsläufig (das Lehrt uns die Erfahrung)abgewiesen. Es folgt das verbale “Ausrastprogramm” und die Jungs ziehen sich zurück. Kurze Zeit später stehen 20 und mehr Migranten vor der Disse. Es kommt zu Ausschreitungen, bei denen immer Waffen (Messer,Schlagstock,Gaspistolen, usw) im Spiel sind. Gewinnen die Türsteher dann rufen die Migranten sofort die Polizei und wissen nicht warum sie geschlagen und traktiert wurden. Alle Türsteher sind dann Nazis und Rechtsradikale. Verlieren die Türsteher gegen die Migranten kann die komplette Türe gehen. In Stuttgart wurde aus diesem Grund eine Soko „Türsteher“ von der Polizei gegründet. Anfangs kamen die Polizeibeamten an die Türen und führten ausführliche Gespräche mit den Betreibern und Türstehern. Die gesamte Discoszene war freudig Überrascht wie toll das alles mit der Polizei laufen sollte. Im Laufe der Zeit zeichnete sich dann ab was wirklich der Hintergrund war. Diese Soko nimmt sich immer nur den armen „Türsteher-Opfern“ an und nicht der Problematik der Türsteher. Es interessiert keinen ,das eigentlich die Türsteher die Opfer sind. Wir Türsteher bekommen die Vorstrafen, haben den Ärger außerhalb der Dienstzeit (beim Einkaufen, Essengehen, im Studio), bezahlen empfindliche Geldstrafen und was ist der Dank? Türsteher sein ist eine Berufung werdet ihr jetzt alle sagen, aber um jeden Preis? Die Gehälter der Türsteher werden immer niedriger, da sich alle möglichen Gestalten für Türsteher halten und dann für 5-7 € die Stunde arbeiten. Die Discobetreiber versprechen das „Blaue vom Himmel“ und wollen dann nichts mehr davon wissen. Gute und erfahrene Türsteher ziehen sich immer mehr aus dem Geschäft zurück (zu viele Anzeigen, schlechter Lohn und billige Möchtegern Türsteher als Partner)! Die erste Frage von den Betreibern ist, wie viele Anzeigen wegen Körperverletzung hast Du? Beantwortet man diese Frage ehrlich wird sofort der Stundenlohn gedrückt oder man bekommt eine Absage weil man zu aggressiv ist. Warum hat man so viele Anzeigen ………..nur weil man seinen Job gemacht hat! Ich hatte letzte Woche wieder eine Verhandlung und muss 3000€ Schmerzensgeld bezahlen. Das Verfahren wurde gegen mich eingestellt aber die Strafe muss ich trotzdem bezahlen. Ich spar mir zusagen das ich Garnichts gemacht hatte….sondern mein Kollege (Kategorie Billiglöhner)hatte zugeschlagen. Der Geschädigte wusste aber gleich, dass ich das war, weil ich schon über 3 Jahre dort arbeite. Ich hätte den Kollegen zwar anschwärzen können, aber es gibt den Ehrencodes (Verpfeife nie einen Türsteherkollegen). Soviel zum Thema!
Passt auf euch auf Kollegen.Gruß
Raven
Leser schreiben: “Antidiskriminierungsurteil” - ohne uns.
Ebenfalls per E-Mail wurde uns folgender Erfahrungsbericht zugestellt. Auch hier danken wir für die Einsendung.
Vor kurzem gab es ein Urteil, wonach einem Schwarzafrikaner 500 EUR Entschädigung wg. angeblicher Diskriminierung zugesprochen wurde, da diesem aus Gründen seiner Abstammung der Zutritt zu einer Diskothek verwehrt worden sein soll: "Der Afrikaner hatte eingeräumt, gemeinsam mit Freunden nach einer Zurückweisung wegen seiner Hautfarbe gesucht zu haben. Auf diese Weise hätten sie einen Anlass für ein Präzendenzverfahren bekommen wollen. (...) Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist der Dozent. Er setzt sich an der Universität massiv für die Rechte von Ausländern ein. Auf seinen Vorschlag hin war die Gruppe zur Discothek gegangen." #1
Der Schwarzafrikaner sei mit den Worten "Ausländer kommen hier nicht rein." von einem Türsteher (seinerseits selbst Ausländer, nämlich Kurde) an der Tür abgewiesen worden. Der Türsteher wiederum argumentierte so, dass der Schwarzafrikaner Achu Yango betrunken und aggressiv gewesen sei, und deshalb nicht eingelassen wurde: "Im Prozess gab der Türsteher an, Yango sei betrunken und aggressiv gewesen; man habe eine geschlossene Gesellschaft gehabt. Er selbst sei Ausländer, und Ausländer seien der Großteil der Disco- Kundschaft, sagte der Türsteher laut "Nordwest- Zeitung" - deshalb würde er nie jemandem mit diesem Argument den Zutritt verwehren." #2
Wie dem auch sei, mit den Folgen des Urteils haben wir uns vor kurzem an der Tür auseinandersetzen müssen.
Drei Personen, zwei Deutsche, ein augenscheinlicher Ausländer, ersuchten um Zutritt. Das übliche Prozedere: Kurzer Dialog um die Stimmung abzuchecken, vorzeigen der Ausweise usw. Der Ausländer, wie er selbst sagte Marokkaner, hatte keinen dabei. "Sorry, ohne Ausweis kein Einlass.", war die entsprechende Antwort.
Sofort mischte sich einer der Deutschen ein: "Kommt er rein, wenn er seinen Ausweis holt?" - "Das sehen wir dann, versprechen können wir nichts."
Der Marokkaner: "Also komme ich nicht rein, weil ich Kanake bin, sagt es doch einfach!"
Wir: "Das sagt niemand, aber Dir kann auch niemand eine Garantie für einen Einlass geben. Es ist halt von verschiedenen Dingen abhängig. Da Du aktuell keinen Ausweis dabei hast, wirst Du keinen Einlass erhalten, so einfach ist das. Weiterhin kennen wir Dich nicht, Du bist - ebenso wie Deine Freunde - ziemlich betrunken, was in der Summe nicht unbedingt dafür spricht, hier eingelassen zu werden."
Der eine Deutsche: "Ihr lasst ihn nicht rein, weil er Ausländer ist?! Ihr wisst, dass es gerade ein Urteil gab das ... 'bla bla bla'."Die Stimmung wurde entsprechend gereizter. Der deutsche Wortführer zickte immer weiter rum, schwadronierte irgendetwas von seiner angeblich 15 Meter langen Stretch-Limousine, dass er uns alle kaufen würde usw. Der Marokkaner versteifte sich mehr und mehr auf die "Rassismus-Debatte" und es mündete darin, dass keiner eingelassen wurde - die logische Konsequenz dümmlich-aggresiver Überheblichkeit.
Nach ein paar Minuten dackelte die Truppe von dannen, aber nicht ohne vorher noch entsprechende Kommentare abzugeben.
Da angrenzend eine weitere Lokalität zu finden ist, wurde auch die dortige Tür über die Herrschaften in Kenntnis gesetzt, was den Marokaner vollends in Rage brachte: Er schmiss sein Sakko auf den Gehweg, schnappte sich einen etwa 20x20cm großen Findling (Stein) und ging auf unsere Tür los.Nachdem die Sache beendet war, sagten wir uns nur: "Und die wundern sich, weswegen sie nirgendwo reinkommen. Wenn die sich so benehmen, wie sie sich benehmen, brauchen die sich nicht zu beklagen. - Diese Typen bestätigen doch jedes Vorurteil binnen kürzester Zeit selbst und später ist das Geheule groß."
Immerhin: Die Deutschen kamen später bei uns angeschissen und entschuldigten sich (um nicht zu sagen: sie krochen und in den Arsch). Sie würden ihn noch nicht so lange kennen, hätten es nicht von ihm gedacht und ... 'bla bla bla'.
Erfahrungswerte und Konsequenz: In acht von zehn Fällen gibt es Theater, wenn bestimmte Ausländer (Araber, Türken, Russen, Osteuropäer) in diesem recht speziellen Laden sind. Daher bleiben sie auch künftig draußen - ob nun irgendwelche Richter derartige "Antidiskriminierungsurteile" als angebliches Recht im Namen des deutschen Volkes sprechen oder nicht.
#1 http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_stadt_oldenburg_artikel.php?id=1710277
#2 http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,568817,00.html
Es gibt gewisse Dinge …
Neulich durch die Reinigungskraft zur Herrentoilette gerufen: "Merkwürdige Geräusche" ... "Ich glaub' da sind zwei auf Klo."
Da die Möglichkeit bestand, dass dort Drogen konsumiert werden, wurde der Generalschlüssel für die Toiletten besorgt, besagtes WC aufgeschlossen und die Tür geöffnet. Aber es kam anders: Sitzt da nicht einer auf der Schüssel und bläst sich selber einen?!
Ich weiß bis heute nicht, wer das bescheuertere Gesicht gemacht hat - er oder wir.
Fakt ist aber, dass ich die Antwort auf die Frage "Warum lecken sich Hunde die Eier? - Weil sie es können!" seither mit anderen Augen betrachte, denn dieses Bild werde ich nicht mehr los ...
Sachen gibt's ... ![]()
Leser schreiben: “Erfahrung”
Folgender Kommentar wurde uns per E-Mail von einem Kollegen übersandt. Vielen Dank!
Tach Leute!
Erstmal Respekt für eure Seite, find ich absolut klasse, dass ihr euch die Mühe macht und unsere Arbeit mal aus unserer Sicht der Öffentlichkeit präsentiert.
Weiter so, und wollen wir hoffen, dass sich die Krisenherde wie Berlin, Leipzig, Mannheim und Köln - und all die anderen - irgendwann wieder beruhigen werden, in unserem Interesse, wie auch im Interesse der Polizei und vor allem der Gäste.Ich für meinen Teil kann Erfahrungen aus Amberg und Ingolstadt berichten. Leider, und das sage ich wirklich aus Überzeugung, sind es immer und immer wieder Ausländer, oder "politisch korrekt": Menschen mit Migrationshintergrund, die einem an der Tür das Leben schwer machen wollen. Allen voran Südländer, davon an erster Stelle Albaner, Araber und Türken, gefolgt von Russlanddeutschen. Wenn man diese Erfahrungen, die man sammelt, in einer Runde von völlig Unbeteiligten erläutert, so wird man meist sofort als Rechter oder Rassist bezeichnet, und genau das muss sich ändern. Hier in Ingolstadt ist es mittlerweile auch schon soweit, dass es in einem völlig chilligen Elektroclub bereits zu Auseinandersetzungen mit Messern und auch Drohungen übelster Art kam, die unsere südländischen Freunde ja besonders gut beherrschen.
Trotzdem - oder gerade auch deswegen - gilt meine volle Unterstützung auch unseren ausländischen Kollegen an anderen Clubs und Lokalitäten, die davon auch nicht verschont bleiben. Natürlich kennen wir das alle, wenn jemand nicht reingelassen wird, vielleicht gerade vor der Tür noch ein paar Mädchen stehen, dass dann nicht "klein-bei gegeben" werden kann, sondern gezeigt werden muss, dass man sich von einem "unfreundlichen arroganten Anabolikaklotz" nichts sagen lässt.
Dass die Gewalt aber in vielen Fällen bis hin zum Griff zum Messer geht, oder gar schlimmeres, das zeigt uns doch eigentlich nur eins, die Kriminalität hat ein Ausmaß angenommen, von dem man vor 15 Jahren noch gesagt hat "ach das ist in Amerika so, aber nicht bei uns". Und ich persönlich, und meine Kollegen hier in Ingolstadt werden mir recht geben, habe die Erfahrung gemacht, dass von 10 Fällen mit Gewalt oder auch verbalen Auseinandersetzungen, 7 auf das Konto von Migranten gehen. Warum?
Ein türkischer Trainingspartner hat's mir mal so erklärt:
Ausländer wie Türken, Griechen, Albaner usw. wissen sehr genau was passiert wenn es an der Tür knallt, der deutsche Türsteher denkt nach, er bekommt eine Anzeige wegen Körperverletzung, verliert eventuell seinen Job, bekommt eine Geldstrafe obendrauf und das I-Tüpfelchen, er kann nicht mal mehr mit seiner Frau einkaufen gehen ohne Angst haben zu müssen, dass irgendwo einer oder mehrere der "Betroffenen" auftauchen und ihn erkennen. Was dann folgt, weiss jeder von uns.
An all das denkt der Ausländer nicht, denn es geht "um seine Ehre"! Außerdem, so mein Trainingspartner weiter, akzeptieren speziell Türken und Albaner wie auch Serben einfach keine anderen Nationalitäten wenn es zu einem Streitfall kommt. Das heisst, die werden sich einfach von einem Deutschen nichts sagen lassen!
Das kommt aus dem Mund eines 41 Jahre alten Türken, und der steht auch dazu!
Auch sollte man öffentlich offensiver dagegen angehen, was sich in den letzten 20 Jahren hier im Land eingebürgert hat bzw. normal geworden ist, und zwar, es heisst immer man "muss das akzeptieren", man "muss damit umgehen können", man "muss in solchen Fällen mehr Toleranz zeigen", ja meine Herren, wieviel denn noch? Gemeint ist "die Mentalität" der Südländer. Denn mit diesem "Argumenten" brüsten sich gerne Polizei und Staatsanwalt, was nichts anderes heisst als:
"Südländer haben, aufgrund ihrer Mentalität und ihren Glaubens, das Recht verbal und zum Teil auch körperlich unendlich weit auszuholen!"Damit muss Schluss sein oder gelten für gewisse Minderheiten etwa andere Rechte? Nein. Und ich hoffe der ein oder andere Polizeibeamte wird das hier lesen, diesen möchte ich schwer ans Herz legen, dass das keine Übertreibung sondern bittere Realität ist! Ich weiss nicht wie oft meine Mutter schon gef... wurde, das kennt sicher auch jeder. Würde unsereiner das zu einem Polizeibeamten sagen, würde das sehr, sehr teuer werden! Hier müssen neue Wege gegangen werden!
So, ich hoffe ich konnte hier mal bissl meine Ansichten mit einbringen.
Ich hoffe die Situationen werden sich bessern, wenn ich daran auch meine berechtigten Zweifel habe, und wünsche meinen Kollegen an allen anderen Lokalitäten ruhige Nächte und lasst euch nicht unterkriegen!Martin.
“Schöne Premiere”
So, da war es also wieder: Neuer Laden (über den man bereits nicht viel Erfreuliches hören durfte), ein Teil der alten Besetzung und weitestgehend unbekanntes Publikum. Demnach: Es versprach ein durchaus "interessanter" Abend zu werden.
Der erste Eindruck bei Betrieb sollte die Erwartungen dann auch vollends erfüllt sehen: Es war dreckig, dunkel, stinkend und die ein oder andere Konzeptionslosigkeit fiel gleichwohl auf. Der Empfang der Kollegen war jedoch überaus herzlich und so dauerte es auch nicht lange, bis ich in die Abgründe vergangener Tage eingeweiht wurde. Von Attacken mit Beilen und Messern war die Rede, von Schwerstverletzten und insbesondere zwei ethnischen Gruppen - namentlich Türken und Russen - die beständig Eintritt ersuchen würden, jedoch regelmäßig in Auseinandersetzungen verwickelt seien. Alles in allem also: Nicht wirklich besonders neue Erkenntnisse, wenn man von der Heftigkeit der ausgetragenen Auseinandersetzungen mal absieht.
Der Abend dümpelte vor sich hin, bisweilen traten Vertreter der jeweiligen Gruppen in Erscheinung und versuchten ihr Glück. So schien sich eine gewisse Veränderung an der Tür herumgesprochen zu haben, weswegen man ja mal schauen musste, ob es jetzt nicht doch klappen könnte. Die Ernüchterung trat bei den Herrschaften jedoch recht schnell ein, was bei dem ein oder anderen zu einem gewissen Unmut führte.
So dauerte es dann auch nicht lange und es war eine gewisse Gruppenbildung zu beobachten, da unsere "ausländischen Mitbürger" offensichtlich auch mit Mobiltelefonen umgehen können und somit binnen kurzer Zeit ihre "Kollegas" auf die Bühne traten. Schließlich kann nicht sein, was nicht sein darf, hat man doch das vermeintliche Recht für sich gepachtet, überall dort hineinzugehen, wo man unerwünscht ist.
Nun denn, der erneute Versuch eines schwarzköpfig-gegeelten Protagonisten wurde freundlich aber bestimmt unterbunden, was dieser mit "Bastard", "Hurensohn" und sonstigen unflätigen Bemerkungen beantwortet. Von der Sache her also auch nicht wirklich etwas neues im Repertoire, aber immer wieder gehört. Eine Minute später geht die Tür erneut auf, der Ostanatolier steht wieder da, die rechte Hand hinter seinem Rücken. "Was hassu gerade gesagt?", "Arschloch!" ... ob der Erfahrung, die man im Laufe der Zeit gesammelt hat, war nunmehr klar, dass der von unserem lieben Kulturbereicherer mit Migrationshintergrund erwünschte Dialog nicht ganz zu einem gemeinsamen Konsens führen würde.
Ergo: Er flog aus der Tür.
Bei seinem Flug rücklings gen Strasse, schließlich musste ja irgendwie das Gleichgewicht bewahrt werden, offenbarte sich auch das, was er hinter seinem Rücken versteckt hatte: Ein Messer.
Hier zeigte sich mir wieder auf sehr deutliche Weise, dass
1. die Entscheidung, solche Leute vor der Tür zu lassen, richtig ist und
2. es vielfach nur mit Glück, einem gewissen Maß an Erfahrung und Instinkt zu tun hat, wenn man kein Messer fängt.
Besonders erfreut bin ich in diesem Zusammenhang natürlich auch über das neue Waffenrecht in der BRD. Künftig darf man nur noch mit Klappmessern unter 8,5cm Klingenlänge abgestochen werden. Und, was natürlich auch toll ist: Schlag- und Hiebwaffen, wie bspw. ein schöner Camlock EKA (Einsatzstock Kurz Ausziehbar), dürfen ab dem 1.4. nicht mehr "zugriffsbereit" geführt werden.
Aber, liebe Leser, soll ich euch etwas sagen? Ich scheiss' drauf! Es ist mir egal!
Bevor ich mich abstechen lasse, nehme ich lieber ein Dutzend Ordnungswidrigkeitenanzeigen in Kauf um für den Fall der Fälle ein geeignetes Mittel zur Gegenwehr parat zu haben und einem lebensbedrohlichen Angriff konsequent begegnen zu können, wozu eben mein EKA gehört.
Gedanken zur Sachkundeprüfung
Unter anderem als "Türsteher", sofern man nicht vom Betreiber bspw. einer Discothek angestellt ist, benötigt man eine Bescheinigung der IHK über die erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe.
Die Anforderungen, die an die Teilnehmer gestellt werden, sind meiner Erfahrung nach nicht immens hoch, jedoch grundsätzlich ausreichend, um so mancher Prüfung Durchfallquoten von 70 Prozent und mehr zu bescheren. Dieses scheint vom Gesetzgeber gewollt zu sein und auch die Prüflinge sollten sich darüber im Klaren sein, dass das erforderliche Verständnis für die Sachverhalte dem reinen Eigenschutz dienen kann - schließlich ist man in diesem Tätigkeitsfeld regelmäßig Grenzsituationen ausgesetzt, die einen schnell mit dem Gesetz in Konflikt bringen können. Maßvolles und verantwortungsbewusstes Handeln ist in solchen Fällen unabdingbar und wenn schon nicht für den Betreiber oder Gast, so doch sich selbst gegenüber. Niemand sollte ein Interesse daran haben, aus Unkenntnis oder Übermaß hohe Strafen zahlen oder gar ins Gefängnis zu müssen.
Die Sachkundeprüfung sollte daher nicht nur als sturer und überflüssiger bürokratischer Akt gewertet werden, sondern vor allem als Möglichkeit der Selbstdisziplinierung und Schaffung eines notwendigen Selbstvertrauen in Rechtsbereichen, mit denen so gut wie jeder "Türsteher" über kurz oder lang in Kontakt kommen wird.
Soviel zu meinem grundsätzlichen Verständnis der Prüfungsnotwendigkeit gegenüber.
Die Prüfung selbst ist überwiegend auf den klaren Menschenverstand ausgerichtet. "Umgang mit Menschen" ist hierfür ein Paradebeispiel und die einfachste Formel für eine erfolgreiche Absolvierung dieses Themenkomplexes dürfte sein, dass man andere so behandelt, wie man selbst gerne behandelt werden möchte: Nämlich respektvoll.
Andere Bereiche bestehen aus einfachen Kenntnissen des deutschen Rechtswesen. Gewerberecht, Notwehr, Nothilfe, vorläufige Festnahme, Diebstahl, Schadensersatz, die Körperverletzungsparagraphen usw. sind hier nur beispielhaft zu nennen. Wer hier ein wenig rechtliches Verständnis und ein wenig Intuition mitbringt, sollte bei der Studie der Paragraphen nicht wirklich überfordert sein. Stumpfes Lernen ist sicherlich keine gute Idee, schließlich wird die Berufspraxis es mit sich bringen, dass man sich häufiger damit auseinandersetzen muss.
Wieder andere Bereiche sind reiner Lernstoff und bei fehlendem Interesse schlicht zäh. Hierzu zählen bspw. Schließtechniken, Meldeanlagentechnik usw. Ich habe jedoch in meinem Kollegenkreis noch nicht erlebt, dass dieser Bereich - wenn überhaupt - erschöpfend abgefragt wurde. Eventuell hat sich auch hier die praktische Erkenntnis seitens der Prüfer durchgesetzt, dass diese Bereiche für weitestgehend "einfache" Tätigkeitsfelder überdimensioniert sind. Dennoch: Schaden kann das Wissen darum auch nicht, steht man so bei größeren Objekten nicht gleich wie ein Ochs vorm Berge, sollten solche Dinge zum Einsatz kommen.
Etwas unverständige Gemüter sollten auf jeden Fall einen Vorbereitungskurs machen, was nicht zwangsläufig bei der IHK geschehen muss, sind deren Kurse doch schlicht zu teuer. Ein Blick in das Angebot der Volkshochschulen sollte hierbei sicherlich weiterhelfen können. Der Vorteil an einem solchen Kurs ist der, dass man dem Dozenten Fragen in Bezug auf die Praxis stellen und sich missverständliche Formulierungen erklären lassen kann. Eine Fehlinvestition sollte ein solcher Kurs nicht sein - aber es gilt: man muss sich auf den Stoff einlassen können und zumindest eine gesunde Auffassungsgabe mitbringen.
Personen, welche ein grundsätzliches Verständnis für unter Umständen etwas komplexere Sachverhalte haben, könnten sich meines Erachtens auf das Studium verschiedener Vorbereitungsliteratur beschränken. "Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe" von Jochmann/Zitzmann sei hier beispielhaft genannt und dank dieser Bücher wurden schon durchaus gute Prüfungsergebnisse erzielt.
Eine grundsätzliche Vorbereitung kann also durchaus empfohlen werden, wenngleich es auch Ausnahmen gibt. So gibt es Personen, welche, ohne auch nur jemals einen Blick in die notwendigen Unterlagen geworfen haben, die schriftliche Prüfung mit 71, 75 oder gar 82 Prozent erfolgreich absolviert haben. Diese Personen stellen in der Menge der Prüflinge sicherlich die Ausnahme dar, jedoch sehe ich persönlich nur wenig bis überhaupt keine Gründe, weswegen die Durchfallquoten im Schnitt bei 60 Prozent und höher liegen - denn das müssen sie nicht.
Um es auf den Punkt zu bringen: Wer auch nach dem dritten Anlauf die Prüfung nicht besteht, sollte die Finger davon lassen. Er/sie ist schlicht und ergreifend ungeeignet für diesen Beruf. Wem diese Aussage nicht gefällt, dem sei der von mir angeführte Punkt des Selbstschutzes ins Gedächtnis gerufen: wer nicht weiß, wie er in Grenzsituationen verantwortungsbewusst zu handeln hat, bringt nicht nur andere sondern auch sich selbst in Gefahr.
Fazit:
Die Sachkundeprüfung ist nicht mit dem Erreichen einer Doktorwürde vergleichbar und man benötigt kein Abitur dafür. Sie ist, mit etwas Verstand, problemlos(!) zu absolvieren.
Bouncer
Die Wege der Eskalation
Vor ein paar Wochen: Neue Tür, neue Gäste, neue Anweisungen - soweit nichts bedenkliches, aber doch immer mit ein wenig Anspannung verbunden.
Vier albanische Gäste erbitten Eintritt. Die Truppe macht einen gepflegten, entspannten und lustigen Eindruck, weswegen der Einlass gewährt wird. - Dennoch verbleibt das unbestimmte und undefinierbare Bauchgefühl, das sagt "Im Auge behalten".
Die Herrschaften trinken fleißig Bier und Klare, anderen Gästen gehen sie aus dem Weg.
Jedoch irgendwann die Ansprache: "Sag mal, was macht ihr für Sport?"
Antwort: "Unterschiedlich. Einer von uns spielt Golf - weswegen die Frage?"
"Mein Bruder ist auch Türsteher, mit dem trainiere ich Thaiboxen ... deshalb."
Ein kurzer Einsatz unterbrach dann das Gespräch, aber nach Beendigung ging es weiter: "Er ist aber breiter als Du, weißt Du? ... Ich hätte mal Lust das mit Dir auszuprobieren."
Auf diesen Satz wurde nicht weiter eingegangen, außer der Feststellung, dass im Club und auch ansonsten kein Interesse daran bestehen würde. "Kein Problem, war ja auch nur ein Scherz ...", war die entsprechende Antwort, aber die Alarmglocken waren an.
Eine halbe Stunde später Einsatz an der Bar: "Gast zahlt nicht!", so die Meldung.
Vor Ort dann der Albaner, welcher bereits das "Gespräch" führte. "Ich habe kein Geld, nur Kreditkarten" ... grinst und nuckelt fleißig an seinem Bier, ebenso wie seine Freunde.
Nach kurzer Diskussion meinerseits die Anweisung, dass die Herrschaften mit in einen ruhigeren Bereich zu kommen haben, so dass das Problem besprochen und bestenfalls beseitigt werden kann, haben sie doch zuvor fleißig mit Bargeld gewedelt.
Auf dem Weg zur Ruhezone dann die erste Pöbelei im Vorbeigehen mit anderen Gästen, die Gesten werden "machomäßiger" und die Rasierklingen unter den Armen schärfer. Aufgrund der notorischen Unterbesetzung des Ladens kann nur auf zwei weitere Kollegen zurückgegriffen werden, so dass die Delegation zum Ausgang geleitet wird.
Dort dann die Feststellung "Wir haben keine Geld und keine Ausweise dabei. Was macht ihr jetzt?" - "Dann rufen wir die Polizei, die stellt eure Personalien fest, ihr bekommt eine Anzeige und Hausverbot. - Oder ihr zahlt jetzt die Zeche und verlasst den Laden. Mehr Möglichkeiten gibt es nicht."
Die Herrschaften sahen sich an und im nächsten Moment hatte ein Kollege eine Faust im Gesicht ...
Das Resultat waren vier vorläufige Festnahmen, Anzeigen und Hausverbote. Zumindest zwei der Gäste dürften sich über ihre eingesauten und eingerissenen Anzüge freuen und einer von ihnen die Erkenntnis mit zur Wache genommen haben, dass das Training mit seinem Bruder nicht ausreichend war ...
Verblieben ist die Einstellung des Veranstalters, dass es künftig halt wieder Klubkarten geben wird.
(Danke an M. für den Bericht.)