Leser schreiben: “Antidiskriminierungsurteil” - ohne uns.
Ebenfalls per E-Mail wurde uns folgender Erfahrungsbericht zugestellt. Auch hier danken wir für die Einsendung.
Vor kurzem gab es ein Urteil, wonach einem Schwarzafrikaner 500 EUR Entschädigung wg. angeblicher Diskriminierung zugesprochen wurde, da diesem aus Gründen seiner Abstammung der Zutritt zu einer Diskothek verwehrt worden sein soll: "Der Afrikaner hatte eingeräumt, gemeinsam mit Freunden nach einer Zurückweisung wegen seiner Hautfarbe gesucht zu haben. Auf diese Weise hätten sie einen Anlass für ein Präzendenzverfahren bekommen wollen. (...) Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist der Dozent. Er setzt sich an der Universität massiv für die Rechte von Ausländern ein. Auf seinen Vorschlag hin war die Gruppe zur Discothek gegangen." #1
Der Schwarzafrikaner sei mit den Worten "Ausländer kommen hier nicht rein." von einem Türsteher (seinerseits selbst Ausländer, nämlich Kurde) an der Tür abgewiesen worden. Der Türsteher wiederum argumentierte so, dass der Schwarzafrikaner Achu Yango betrunken und aggressiv gewesen sei, und deshalb nicht eingelassen wurde: "Im Prozess gab der Türsteher an, Yango sei betrunken und aggressiv gewesen; man habe eine geschlossene Gesellschaft gehabt. Er selbst sei Ausländer, und Ausländer seien der Großteil der Disco- Kundschaft, sagte der Türsteher laut "Nordwest- Zeitung" - deshalb würde er nie jemandem mit diesem Argument den Zutritt verwehren." #2
Wie dem auch sei, mit den Folgen des Urteils haben wir uns vor kurzem an der Tür auseinandersetzen müssen.
Drei Personen, zwei Deutsche, ein augenscheinlicher Ausländer, ersuchten um Zutritt. Das übliche Prozedere: Kurzer Dialog um die Stimmung abzuchecken, vorzeigen der Ausweise usw. Der Ausländer, wie er selbst sagte Marokkaner, hatte keinen dabei. "Sorry, ohne Ausweis kein Einlass.", war die entsprechende Antwort.
Sofort mischte sich einer der Deutschen ein: "Kommt er rein, wenn er seinen Ausweis holt?" - "Das sehen wir dann, versprechen können wir nichts."
Der Marokkaner: "Also komme ich nicht rein, weil ich Kanake bin, sagt es doch einfach!"
Wir: "Das sagt niemand, aber Dir kann auch niemand eine Garantie für einen Einlass geben. Es ist halt von verschiedenen Dingen abhängig. Da Du aktuell keinen Ausweis dabei hast, wirst Du keinen Einlass erhalten, so einfach ist das. Weiterhin kennen wir Dich nicht, Du bist - ebenso wie Deine Freunde - ziemlich betrunken, was in der Summe nicht unbedingt dafür spricht, hier eingelassen zu werden."
Der eine Deutsche: "Ihr lasst ihn nicht rein, weil er Ausländer ist?! Ihr wisst, dass es gerade ein Urteil gab das ... 'bla bla bla'."Die Stimmung wurde entsprechend gereizter. Der deutsche Wortführer zickte immer weiter rum, schwadronierte irgendetwas von seiner angeblich 15 Meter langen Stretch-Limousine, dass er uns alle kaufen würde usw. Der Marokkaner versteifte sich mehr und mehr auf die "Rassismus-Debatte" und es mündete darin, dass keiner eingelassen wurde - die logische Konsequenz dümmlich-aggresiver Überheblichkeit.
Nach ein paar Minuten dackelte die Truppe von dannen, aber nicht ohne vorher noch entsprechende Kommentare abzugeben.
Da angrenzend eine weitere Lokalität zu finden ist, wurde auch die dortige Tür über die Herrschaften in Kenntnis gesetzt, was den Marokaner vollends in Rage brachte: Er schmiss sein Sakko auf den Gehweg, schnappte sich einen etwa 20x20cm großen Findling (Stein) und ging auf unsere Tür los.Nachdem die Sache beendet war, sagten wir uns nur: "Und die wundern sich, weswegen sie nirgendwo reinkommen. Wenn die sich so benehmen, wie sie sich benehmen, brauchen die sich nicht zu beklagen. - Diese Typen bestätigen doch jedes Vorurteil binnen kürzester Zeit selbst und später ist das Geheule groß."
Immerhin: Die Deutschen kamen später bei uns angeschissen und entschuldigten sich (um nicht zu sagen: sie krochen und in den Arsch). Sie würden ihn noch nicht so lange kennen, hätten es nicht von ihm gedacht und ... 'bla bla bla'.
Erfahrungswerte und Konsequenz: In acht von zehn Fällen gibt es Theater, wenn bestimmte Ausländer (Araber, Türken, Russen, Osteuropäer) in diesem recht speziellen Laden sind. Daher bleiben sie auch künftig draußen - ob nun irgendwelche Richter derartige "Antidiskriminierungsurteile" als angebliches Recht im Namen des deutschen Volkes sprechen oder nicht.
#1 http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_stadt_oldenburg_artikel.php?id=1710277
#2 http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,568817,00.html
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Kommentare
2 Kommentare zu “Leser schreiben: “Antidiskriminierungsurteil” - ohne uns.”
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Hallo Leute
Hallo Kameraden
Eine wirklich gute Site die Ihr da habt. Habe Euch mit meinem Blog verlinkt. Hoffe Euch auch da interessante Infos für den Arbeitsalltag geben zu können.
Schöne Grüße
The Doorman
ich werd immer gefragt: “is des weil ich schwarze haare hab?”, natürlich ist deswegen, nicht weil er dem nachbartisch aufs maul gehauen, dem kellner mit der champagnerflasche geschlagen, den barchef bedroht etc. hat, und er eh nur reindurfte weil man mal nicht so sein will und seine schwester/cousine/freundin o.ä. geburtstag feiert und reserviert hat. spaß beiseite die denke das diese “ich bin so arm weil ausländer”-geschichte echt funktioniert. mir ist es zu blöd darauf einzugehen, ich sag dann immer: “nein, nicht wegen den schwarzen haaren sondern weil deine ohren zu groß sind.” die reaktionen sind immer ganz lustig weil sie es echt nicht kapieren wie des gemeint ist;-)