Arthur T. angeklagt
Vier Anklagen nach Leipziger Disco-Auseinandersetzung
Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat im Zusammenhang mit den gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Discoszene der Stadt Anklage gegen vier Männer erhoben. Den 20 bis 24 Jahre alten Männern aus dem Iran, Irak und Libanon wird vorgeworfen, im September und Dezember 2007 vor Discos zwei Türsteher sowie einen Unbeteiligten und dessen Freundin brutal zusammengeschlagen zu haben, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig am Dienstag mitteilte.
Unter den Angeklagten ist auch der 23-jährige Artur T., der auch mit den tödlichen Schüssen vor der Disco «Mia's» in der Nacht zum 8. März dieses Jahres in Verbindung gebracht worden war.
Dabei wurde ein Unbeteiligter von einer Pistolenkugel getroffen und starb. Kurz zuvor war es in der Leipziger Innenstadt vor der Disco «Schauhaus» zu brutalen Auseinandersetzungen zwischen Türstehern und ausländischen jungen Männern gekommen. Einer der Türsteher wurde dabei schwer mit einem Messer verletzt. Ob auch die vier Männer, gegen die jetzt Anklage erhoben worden ist, mit den Krawallen am 8. März in Zusammenhang stehen, ist laut Staatsanwaltschaft unklar. Die Ermittlungen stellten sich weiterhin als äußerst mühsam dar, da die Kooperationsbereitschaft der Szene mit der Polizei nur sehr gering sei, sagte ein Sprecher.
Quelle: ad-hoc news
“Ohne Türsteher und Polizei geht es nicht mehr”
Die Stadt Laut Pressesprecher Jürgen Fergg sind Klagen über die ausufernde Situation seit langem bekannt. In der Verwaltung werde derzeit geprüft, welche rechtlichen Möglichkeiten die Stadt habe, um Abhilfe zu schaffen. Ein Maßnahmenkatalog sei in Vorbereitung.
Die CIA Citymanager Heinz Stinglwagner will zunächst die Dinge aus der Warte eines Veranstalters bewerten, der jedes Jahr das große Maxstraßen-Fest organisiert. Max 08 findet heuer von 26. bis 28. Juni statt. "Die Erfahrungen unserer Feste zeigen, dass Kontrollen schon etwas bringen." Die CIA sei stets mit den Anwohnern im Dialog, um für die Maxfeste zu werben. Stinglwagner sieht eine "erhöhte Polizeipräsenz" als denkbaren Weg, um das Ausmaß von Gewalt und Lärm einzudämmen.
Die Wirte Leo Dietz ist Lokalbetreiber (unter anderem Deed's und Peaches), Sprecher der Maxstraßenwirte und CSU-Stadtrat. Dass es mehr Aggression auf der Maxstraße gibt, bestätigt er nicht. "Aber die Aggressionen sind anders geworden. Manchmal kommen sie aus heiterem Himmel", sagt er. Und: "Der Großteil der Gäste feiert ja völlig friedlich. Aber es reicht einer, um die Sache zum Kippen zu bringen und ein schiefes Bild zu zeichnen." Ohne Türsteher und Polizei sei der Betrieb fast nicht mehr denkbar.
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Quelle: Augsburger Allgemeine vom 02.06.08
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